Im Video habe ich aufgearbeitet was Dinkel ausmacht. Aber eine Frage bleibt.
Ist Dinkelmehl besser als Weizen?
Schreib mir doch mal, was ihr von dieser Aussage haltet. Manchmal reicht es ja schon, wenn man beim Essen ein gutes Gefühl hat. Mein Eindruck ist, dass dies für viele ausreichend ist, um den Dinkel in den Himmel zu loben. Oder ist es einfach so wie mit Homöopathie?
Wissenschaftlich nicht nachweisbar. Aber trotzdem hilft es? Mein Spruch dazu ist ja immer, wer heilt hat recht. Was haltet ihr davon?
Dinkelmehl ist auch relativ teuer in der Herstellung und backtechnisch schwerer zu verarbeiten.
Deshalb war es viele Jahre lang keine vernünftige Alternative zu Weizen. Erst unser Wohlstand brachte es dahin wo es heute steht.
Dinkelmehl ist teurer als Weizenmehl, weil Dinkel geringere Ernteerträge liefert, einen aufwendigeren Verarbeitungsschritt (das Spelz muss entfernt werden) benötigt und anfälliger für Ernteausfälle ist, was alles zu höheren Produktionskosten und damit zu einem höheren Preis führt, obwohl Dinkel oft als gesünder und bekömmlicher gilt und weniger Schwermetalle aufnimmt.
Gründe für den höheren Preis:
- Geringere Ernteerträge: Dinkel produziert weniger Korn pro Fläche als Weizen.
- Aufwändige Verarbeitung (Spelzentfernung): Dinkel ist ein Spelzgetreide; das Korn ist fest von einer Schutzhülle (Spelz) umgeben, die erst durch einen zusätzlichen, aufwendigen Arbeitsschritt entfernt werden muss, was bei Weizen nicht nötig ist.
- Empfindlichkeit und Anfälligkeit: Dinkel ist anfälliger für Wetterereignisse (Windbruch) und Krankheiten wie Rost, was zu Ernteausfällen führen kann und den Anbau teurer macht
Aussagen die man hinterfragen muss:
„Dinkel vertrage ich besser als Weizen.“
Aber stimmt das wirklich?
Dinkel ist botanisch eine Weizenart –
Beide enthalten Gluten.
Beide sind für Zöliakie ungeeignet.
Der Unterschied liegt nicht im „Ob“, sondern im „Wie“
Was unterscheidet Dinkel wirklich?
Dinkel: • weicheres, empfindlicheres
Klebergerüst
- etwas andere Eiweißzusammensetzung
- enzymatisch aktiver
Dadurch wird das Protein teilweise schneller abgebaut – und manche Menschen empfinden ihn subjektiv als „leichter“
Aber wissenschaftlich gilt:
– Es gibt keinen klaren Beweis, dass Dinkel grundsätzlich bekömmlicher ist.
Der eigentliche Schlüssel?
Nicht das Getreide.
Sondern die Verarbeitung.
Lange Fermentation (z. B. Sauerteig): V baut Fruktane (FODMAPs) ab V macht Eiweiß besser verdaulich V stabilisiert die Stärke V sorgt für langsameren Blutzuckeranstieg
Ein schnell geführtes Dinkelhefebrot kann schwerer verdaulich sein als ein lange fermentiertes Weizensauerbrot.







