Ich stelle immer mal wieder fest, das uns die Lebensmittelindustrie keine guten Nahrungsmittel liefert, sondern vor allem Dinge, die uns zwar sehr gut schmecken, aber gesundheitlich eher bedenklich sind. In diesem Post möchte ich Euch zeigen, warum ich das so sehe. Und zwar am Beispiel McDonald’s und einem Mann namens Howard R. Moskowitz.
Wer ist Howard R. Moskowitz?
Howard R. Moskowitz ist Wissenschaftler bei der OECD und arbeitet dort an leitender Stelle. Dort versucht er, mithilfe von KI die Jugend zu einer gesunden Ernährung zu motivieren. Das klingt jetzt mit Sicherheit ein bisschen abenteuerlich, aber so ist die Stellenbeschreibung der OECD. Dabei ist ja interessant, was er vor diesem Job gemacht hat. Das war meiner Meinung nach nicht ethisch motiviert, sondern eher monetär.
Bei der amerikanischen Wikipedia liest sich das folgendermaßen:
Nach seinem Abschluss in Harvard wurde Moskowitz von der US-Armee eingestellt, um deren Fertiggerichte zu verbessern. Dabei wandte er das Konzept der sensorisch-spezifischen Sättigung an – die Tendenz von Konsumenten, stark gewürzte Lebensmittel schnell sattzubekommen –, um sicherzustellen, dass die Mahlzeiten so zusammengestellt wurden, dass die Soldaten ausreichend Kalorien zu sich nahmen.
Seit mindestens den 1980er-Jahren wird Moskowitz aufgrund seiner Expertise in der Lebensmitteloptimierung von Campbell Soup , General Foods , Kraft und PepsiCo konsultiert. Laut Moskowitz hat er im Rahmen seiner Tätigkeit für verschiedene Unternehmen Suppen , Pizzen , Salatdressings und eingelegtes Gemüse optimiert. Besonders hervorzuheben ist seine Forschung zur Prego-Spaghettisoße , die eine deutliche Kundenpräferenz für eine besonders stückige Konsistenz aufzeigte, sowie seine Optimierung des Salz-, Zucker- und Fettgehalts in der Spaghettisoße am optimalen Punkt , der die Kundenzufriedenheit maximierte.
Auf der Homepage der OSZE liest sich das so:
Zu seinen frühen Erfolgen zählte die Entdeckung der Geschmackspräferenzsegmente in den 1980er Jahren, die durch den Autor Malcolm Gladwell als „horizontale Segmentierung“ (auch bekannt als sensorische Präferenzsegmentierung) berühmt wurde. Produkte wie Prego (Spaghettisauce), Essiggurken, Würstchen, Müsli und Joghurt wurden von Unternehmen mithilfe seines Ansatzes und seiner Beratung entwickelt und erzielten Umsätze in Milliardenhöhe.
McDonald’s und der „Blisspoint“
An diesem Punkt müssen wir betrachten, was McDonald’s so macht. Und vor allem wie man vorgeht, um seine Kunden zufriedenzustellen.
1972 engagierte McDonald’s Chemiker, um herauszufinden, warum Menschen aufhören zu essen. Die Formel, die sie damals fanden, steckt bis heute in jedem angebotenen Menü. Sie nutzten gezielt aus, wie Sucht funktioniert:
Jedoch ist McDonald’s nicht zufällig auf süchtig machendes Essen gestoßen. Zu Beginn der 1970er stagnierten die Verkaufszahlen, und die Kunden kamen nicht schnell genug zurück.
Also holten sie Lebensmittelwissenschaftler mit einem klaren Auftrag: eine Formel zu finden, die Menschen über den Punkt der Sättigung hinaus weiteressen lässt.
Diese Forschung wurde zur Grundlage des modernen Fast Foods. Aber nicht nur das. Inzwischen wird praktisch jedes industriell hergestellte Lebensmittel nach dieser Formel geformt.
Und da kommt Howard Moskovitz ins Spiel. Er entdeckte das, was er den „Blisspoint“ nannte: die genaue Kombination aus Zucker, Salz und Fett, die das natürliche Stoppsignal deines Gehirns übergeht.
Darunter schmeckt Essen eher fade. Darüber wirkt es schnell zu intensiv.
Genau an diesem Punkt schüttet dein Gehirn Dopamin aus und signalisiert deinem Körper, weiterzumachen. McDonald’s baute aufgrund dieser Kenntnisse seine Menüpunkte gezielt um genau diesen Wert herum auf.
Man fand mithilfe von Gehirnscans heraus, dass ein Big Mac ähnliche Dopaminreaktionen auslösen kann wie Kokain, nur in deutlich geringerer Intensität, aber so stark, dass der Körper darauf reagiert.
Dein Gehirn registriert den Kick und fällt danach unter sein normales Niveau, sobald das Essen verschwunden ist.
Genau dieser Abfall sorgt dafür, dass du schon nach den Pommes greifst, bevor der Burger überhaupt aufgegessen ist. Das Verlangen ist keine Schwäche, sondern ein bewusst erzeugter Effekt, der exakt so funktionieren soll.
Allein für seine Pommes verwendet McDonald’s über 19 Zutaten. Dem Öl wird natürliches Rindfleischaroma zugesetzt, gewonnen aus Weizen und Milchbestandteilen, obwohl Pommes eigentlich wie ein simples Kartoffelprodukt wirken.
Dimethylpolysiloxan, ein Entschäumer, der auch in formbarer Spielmasse verwendet wird, landet ebenfalls im Frittieröl.
Keine dieser Kombinationen würde in einer normalen Küche entstehen. Jede einzelne verstärkt die Reaktion auf den Bliss-Point.
Doch das sogenannte Optimieren der Menüs war nur ein erster Schritt. Nämlich der zu mehr Umsatz und Gewinn. Gewinne will man aber auf Dauer auch behalten. Und den Menschen wurde inzwischen bewusst, was so falsch lief. Und die Politik sah sich genötigt, Gesetze zu erlassen, die Unternehmen verpflichteten, wenigstens die Menge der Kalorien anzugeben.
Die Reaktion von McDonald’s war simpel und effektiv:
Zwischen 1997 und 2026 gab McDonald’s über 8,3 Millionen Dollar aus, um beim amerikanischen Kongress gegen verpflichtende Kalorienkennzeichnung und mehr Transparenz auf Speisekarten zu lobbyieren.
Sie finanzierten das Global Energy Balance Network, eine Forschungsgruppe, die Übergewicht vor allem auf Bewegungsmangel und nicht auf Ernährung zurückführte.
Die Strategie war einfach: die Formel geheim halten und die öffentliche Schuld auf den Verbraucher lenken. Und das funktioniert schon jahrzehntelang gut.
1955 hatte eine Cola bei McDonald’s etwa 200 Milliliter. Heute umfasst die große Größe fast 900 Milliliter, also mehr als das Vierfache. Doch die Portionen wurden nicht größer, weil Kunden es verlangt haben.
Interne Untersuchungen zeigten, dass größere Portionen den Blisspoint pro Besuch verstärkten und den durchschnittlichen Umsatz um 47 Prozent erhöhten, ohne dass der wahrgenommene Preis deutlich anstieg. Jede Vergrößerung war eine kalkulierte Umsatzentscheidung, getarnt als Großzügigkeit gegenüber dem Kunden.
Der Blisspoint wirkt unterhalb deiner bewussten Wahrnehmung. Ihn zu kennen, schützt dich nicht automatisch. Du musst Deine Gewohnheiten ändern. Das System wurde so aufgebaut, dass du im Kreislauf bleibst. Wenn du raus willst, musst du den Kreislauf verändern.
Was macht Howard R. Moskowitz heute?
Seit den 1990er-Jahren wandte er sich dem Verständnis des alltäglichen Denkens zu und begründete die Wissenschaft der Mind Genomics, die Denkweisen aufdeckte, die aus den gewöhnlichen Aktivitäten des täglichen Lebens entstehen.
Die Mind Genomics ist eine experimentelle Wissenschaft, die alltägliche Entscheidungsprozesse untersucht, indem sie analysiert, wie Menschen auf kombinierte, systematisch variierte Reize reagieren. Mithilfe der Conjoint-Analyse identifiziert sie „Mindsets“ – unterschiedliche Konsumentensegmente –, um die Treiber von Präferenzen in Marketing, Lebensmittelwissenschaften und Sozialwissenschaften aufzudecken.
Hauptsächlich wird es in der Lebensmittelindustrie für Verbraucherakzeptanztests eingesetzt, findet aber auch Anwendung in den Bereichen Bildung, Recht, Politikwissenschaft und Gesundheit, beispielsweise zur Analyse der Verbrauchereinstellungen während der COVID-19-Pandemie.
Welche Denkweise steckt dahinter?
Mind Genomics zielt darauf ab, Menschen anhand ihrer Reaktion auf dasselbe Thema in verschiedene Gruppen einzuteilen (z. B. die Feststellung, dass verschiedene Konsumenten unterschiedliche Denkweisen in Bezug auf gesunde Snacks haben).
Wiki des Geistes:
Das ultimative Ziel ist die Erstellung einer umfangreichen Datenbank menschlicher Erfahrungen durch Induktion und die Suche nach Gemeinsamkeiten.
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Mind Genomics entwickelte eigene Produkte, wie beispielsweise Kreditkarten. Sein neuestes Projekt kombiniert Mind Genomics mit künstlicher Intelligenz, um ansprechende Lernwerkzeuge für Schüler zu entwickeln. Ziel ist es, Schüler weltweit, insbesondere in Entwicklungsländern, zum Denken und Experimentieren anzuregen. Dadurch sollen sie zu verantwortungsbewussten Menschen werden, die sich für die Gesellschaft engagieren und funktionieren.
Ich danke Dir dafür dass Du den Weg hierher gefunden hast. Und ich hoffe sehr, dass ich Dir mit meinem Wissen helfen konnte. Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn Du mir bei meiner Arbeit weiterhelfen könntest und ein paar Groschen für die Bäcker-Spardose übrig hast.
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